Barkov Finland Germany

Deutschland blieb zum Auftakt der Eishockey-Weltmeisterschaften 2026 in Zürich und Fribourg am Freitag in der Gruppe A am Nachmittag gegen Finnland ohne Punkte und unterlag am Ende den favorisierten Skandinaviern knapp mit 1:3. In der Gruppe B setzte sich Kanada in einem umkämpften Spiel gegen Schweden mit 5:3 durch. 

Am Abend kam es in der Gruppe A zur Revanche des letztjährigen Finales zwischen den gastgebenden Schweizern und dem Titelverteidiger USA. Diese gelang der Schweiz mit einem 3:1-Sieg. In der Gruppe B besiegte Tschechien die Auswahl Dänemarks mit 4:1.

Das sind die Erkenntnisse des WM-Geschehens vom Freitag, 15. Mai:

Das Powerplay entscheidet Duell der Deutschen gegen Finnland

Jesse Puljujarvi, Anton Lundell und Aatu Raty erzielten die Treffer für Finnland zum 3:1-Erfolg gegen Deutschland in der Gruppe A. Das finnische Powerplay war in der Swiss Life Arena in Zürich zweimal erfolgreich, während die DEB-Auswahl fünf Überzahlspiele ungenutzt ließ. Finnland hatte sogar in Unterzahl einige Großchancen, die aber ungenutzt blieben. Ohne Zweifel war die mangelhafte Verwertung des Powerplays einer der Schlüssel zur Niederlage von Deutschland.

Trotzdem konnten sie auch dank eines starken Auftritts von Torhüter Philipp Grubauer von den Seattle Kraken, der insgesamt 21 Saves verbuchen konnte, die Partie lange offen halten. Das 1:0 für Finnland in der 9. Minute hatte lange Bestand. Auch dank eines grandiosen Saves von Verteidiger Moritz Seider von den Detroit Red Wings, der zu Beginn des zweiten Drittel den Puck akrobatisch von der Linie kratzte und damit dem bereits geschlagenen Grubauer aushalf. Das 2:0 fiel erst im dritten Drittel in der 44. Minute und wurde durch Stefan Loibl in der 49. Minute verkürzt. Die Entscheidung brachte das 3:1 in der 56. Minute.

Deutschland hat sich gut verkauft, muss allerdings in der Offensive aktiver werden, denn nur 17 Torschüsse trotz zehn Minuten Überzahl waren eindeutig zu wenig. „Wir wollten gut in das Turnier starten, das ist uns heute gelungen“, resümierte Bundestrainer Harold Kreis. „Die Mannschaft hat engagiert gespielt und war läuferisch stark. Wir wussten, dass wir physisch spielen mussten, so haben wir auch schnell zu unserem Spiel gefunden. Die Finnen haben zweimal im Powerplay getroffen. Wir hatten es unheimlich schwer, unser Powerplay aufzuziehen. Wir werden diese Erfahrung für unsere Analyse nutzen. Insgesamt haben wir aber eine starke Mannschaftsleistung gesehen und Philipp Grubauer hat uns im Spiel gehalten. Heute haben die Special Teams den Unterschied gemacht."

Comeback von Barkov nach fast einem Jahr

Das erste offizielle Spiel von Aleksander Barkov seit dem Stanley Cup Sieg 2025 mit den Florida Panthers war ein zentrales Thema. Der finnische Kapitän verbuchte gegen Deutschland eine Vorlage, nachdem er die gesamte NHL-Saison wegen einer Knieoperation verpasst hatte.

Der zweifache Stanley Cup Sieger und dreifacher Gewinner der Selke Trophy als der beste defensive Stürmer einer Saison, spielte in der ersten Reihe von Trainer Antti Pennanen zusammen mit dem Stürmer der Chicago Blackhawks Teuvo Teravainen und dem in der Schweiz bei Servette Genf spielenden Flügelstürmer Sakari Manninen.

Finnland hat vier Weltmeisterschaftsspiele in Folge gegen Deutschland gewonnen und bleibt damit in den 2020er Jahren ungeschlagen. Beim letzten Aufeinandertreffen im Jahr 2023 setzte sich Finnland in Tampere dank eines Treffers von Mikko Lehtonen im dritten Drittel mit 4:3 durch.

Deutschlands beste Leistung gegen Finnland in jüngster Zeit war im Jahr 2021, als sie sowohl in der Vorrunde als auch im Halbfinale mit 1:2 gegen den späteren Silbermedaillengewinner verloren. Seider wurde in jenem Jahr zum besten Verteidiger und zum All-Star des Turniers gewählt.

Schweiz gelingt zum Auftakt Revanche für letztjährige Finalniederlage

Die Gastgeber legten in Zürich einen großartigen Start hin. Die Schweiz besiegte die USA in der Neuauflage des WM-Finales 2025 mit 3:1 und nahm so erfolgreich Revanche für die 0:1-Niederlage im Vorjahr.

Pius Suter von den St. Louis Blues und Sven Andrighetto erzielten jeweils ein Tor und lieferten sich gegenseitig Vorlagen, während Leonardo Genoni für die Schweiz 16 Paraden zeigte. Alex Steeves erzielte den einzigen Treffer für die USA.

Die ersten Spielminuten versprachen ein unterhaltsames Spiel, insbesondere als Suter die Gastgeber bereits nach 2:05 Minuten im ersten Drittel mit 1:0 in Führung brachte. Er verwandelte einen Abpraller von Andrighetto mit einem Rückhandschuss aus dem Gedränge vor dem US-Tor.

Weniger als zehn Minuten später schlug dasselbe Duo erneut zu, als Suter den über den linken Flügel stürmenden Andrighetto fand. Der frühere NHL-Profi überwand Joseph Woll mit einem Schuss aus dem linken Kreis, der seinen Weg durch die Beine des US-Torhüters fand und nach 11:19 Minuten zum 2:0 führte.

Die Amerikaner kämpften sich mit zunehmender Spielzeit zurück und erhöhten ihren Druck im zweiten Drittel. Genoni zeigte mehrere hervorragende Paraden. Der Schwung der Titelverteidiger hielt auch im dritten Drittel an und wurde schließlich mit dem Anschluss belohnt. Steeves versenkte seinen eigenen Abpraller unter die Latte und verkürzte den Rückstand nach 8:45 Minuten des dritten Drittels auf 1:2. Die Schweiz sicherte sich jedoch 3:39 Minuten vor Schluss ab, als Ken Jager einen Schuss von Simon Knak von der Blauen Linie durch Wolls Beine ins Tor ablenkte.

Kanada setzt sich gegen Schweden spät durch

Der Treffer von Connor Brown, Stürmer der New Jersey Devils, zum 4:3 zu Beginn des dritten Drittels brach den 3:3-Gleichstand und verhalf Kanada zu einem 5:3-Sieg über Schweden im ersten Spiel beider Mannschaften in Gruppe B bei der Weltmeisterschaft 2026.

Das letzte Mal, dass diese beiden Großmächte im Eröffnungsspiel aufeinandertrafen, war 1961 in Genf. Kanada gewann dieses Spiel mit 6:1. Insgesamt war dies das 71. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften, wobei Kanada heute seinen 38. Sieg errang.

Es gab acht verschiedene Torschützen im Spiel. Neben Brown trafen für Kanada John Tavares von den Toronto Maple Leafs, Ryan O’Reilly von den Nashville Predators, Dylan Holloway von den St. Louis Blues und Dylan Cozens von den Ottawa Senators. Für Schweden zeichneten sich der in der Schweiz beim SC Rapperswil-Jona Lakers spielende Jacob Larsson, Lucas Raymond von den Detroit Red Wings und Mathias Ekholm von den Edmonton Oilers verantwortlich.

Die Partie war mit 26:25 Torschüssen zu Gunsten von Kanada über weite Strecken sehr ausgeglichen. Bei Kanada erhielt im Tor Jet Greaves von den Columbus Blue Jackets den Vorzug vor Cam Talbot von den Red Wings. Bei den Schweden stand Magnus Hellberg zwischen den Pfosten.

Tschechien mit Favoritensieg gegen letztjähriges Überraschungsteam

Tschechien startete mit einem 4:1-Sieg über Dänemark in die Gruppe B der Weltmeisterschaft. Den Grundstein zum Erfolg legten zwei schnelle Tore im ersten Drittel. Dominik Kubalik und Daniel Vozenilek erzielten diese frühen Treffer, bevor der erfahrene Kapitän Roman Cervenka zu Beginn des dritten Drittels sein 34. WM-Tor erzielte. Mikkel Aagaard erzielte in der Schlussphase den Ehrentreffer für Dänemark, bevor Matej Blumel mit einem Treffer ins leere Tor den Endstand besiegelte.

Die Dänen waren nach ihrem bisher besten Turnierverlauf im vergangenen Jahr, der bis ins Spiel um die Bronzemedaille reichte, in die Schweiz gereist. Doch das Team von Mikael Gath muss auf seine NHL-Spieler verzichten und vermisst zudem zwei wichtige Verteidiger aus dem damaligen Kader.

Bei Tschechien gab Torhüter Josef Korenar sein Debüt. Der 28-Jährige von Sparta Prag stand im Kader des Vorjahres, kam aber nicht zum Einsatz. Korenar, der 12 NHL-Spiele für die San Jose Sharks und die Arizona Coyotes bestritt, hätte kaum einen sanfteren Einstieg in die Weltmeisterschaft haben können. Im ersten Drittel musste er nur einen Schuss abwehren, da Dänemark Mühe hatte, ins Spiel zu finden.

Auf der anderen Seite hatte Mads Sogaard deutlich mehr zu tun. Der 25-Jährige, der seit 2021 bei den Ottawa Senators unter Vertrag steht, geriet früh unter Druck, als die Dänen eine doppelte Unterzahl überstehen mussten.

Die Ergebnisse vom Freitag in der Übersicht:

Gruppe A

Finnland – Deutschland 3:1

Schweiz - USA 3:1

Gruppe B

Kanada – Schweden 5:3

Tschechien - Dänemark 4:1