Fünf Partien stehen am Freitag in den Stanley Cup Playoffs auf dem Programm. Während in Toronto die Montreal Canadiens auf die Philadelphia Flyers treffen, stehen sich nur wenig später in Edmonton die Arizona Coyotes und die Colorado Avalanche gegenüber. Anschließend versuchen die Vancouver Canucks ihre Führung gegen den amtierenden Stanley Cup Champion, die St. Louis Blues, auszubauen, ehe erneut in Toronto die New York Islanders gegen die Washington Capitals antreten. Den Abschluss des Tages bildet das dritte Duell in der Serie zwischen den Dallas Stars und den Calgary Flames, wiederum in Edmonton.
14.8. Fünf beachtenswerte Faktoren
Calgary muss die Niederlage hinter sich lassen, Colorado will weiter dominieren und Ovechkins Punkteflaute wird zum Problem

© Jeff Vinnick/Getty Images
Fünf Faktoren, die es zu beachten gilt:
Back-to-Back - Calgary gegen Dallas
Nur 21:09 Stunden nach dem Ende der zweiten Partie treffen die Dallas Stars und die Calgary Flames erneut aufeinander. Nach dem Sieg in der letzten Minute von Spiel 2 wollen die Dallas Stars den Schwung mit in Spiel 3 am Freitag (10:30 p.m. ET; Sa. 4:30 Uhr; NHL.TV) nehmen und sich die Führung in der Serie sichern. Calgary dürfte nach der 4:5-Niederlage, die durch den Treffer von Stars-Verteidiger Jamie Oleksiak 40 Sekunden vor Ende der Begegnung besiegelt wurde, mit viel Wut im Bauch in das dritte Aufeinandertreffen starten. Das sind optimale Voraussetzungen für ein spannendes und umkämpftes Duell.
Für die Flames ist es hilfreich, dass sie über das entscheidende Gegentor nicht lange nachdenken können. "Es ist gut, dass wir gleich morgen wieder spielen", sagte Mark Giordano nach der Partie. "Wir werden uns das Match nur kurz anschauen und dann ist es gut, dass wir morgen erneut auf dem Eis stehen." Auch Trainer Geoff Ward sieht die Hauptaufgabe darin, mit Spiel 2 abzuschließen: "Wir müssen das jetzt hinter uns lassen und uns auf morgen vorbereiten. Das ist alles was wir tun können." Fraglich wird sein, ob Matthew Tkachuk dann eine Rolle für die Flames spielen kann. Der Angreifer war im Schlussabschnitt von Spiel 2 nicht mehr auf dem Eis.
Grubauer in Topform
Video: ARI@COL, Sp1: Grubauer hält Coyotes beim 3:0 torlos
Kein Durchkommen gab es für die Arizona Coyotes am Mittwoch gegen die Verteidigung der Colorado Avalanche und Torwart Philipp Grubauer. Der 3:0-Erfolg Colorados war eine Machtdemonstration, die Arizona so schnell nicht vergessen wird. Nur 14 Schüsse musste Grubauer bei seinem Shutout parieren, was die herausragende Defensivleistung der Avalanche untermauerte. Besonders in den ersten beiden Abschnitten musste der deutsche Schlussmann bei nur drei (1. Drittel) und vier (2. Drittel) Torschüssen der Coyotes die Konzentration auch ohne Beschäftigung beibehalten.
Während die herausragende Offensive der Avalanche den Gegner ein ums andere Mal in dessen Zone einschnürte, blieb Grubauer fokussiert und war in den entscheidenden Momenten zur Stelle. Mit 14 Paraden war es zwar keiner jener Shutouts, die in den Statistiken besonders herausstechen, dennoch zeigt es die derzeitige Top-Form des deutschen Goalies in Diensten der Avalanche.
Für Arizona gilt es in Spiel 2 am Freitag (2 p.m. ET; 20 Uhr MESZ; NHL.TV, Sport 1+) schnell in die Spur zu finden und mehr Druck auf das Tor der Avalanche aufzubauen. Andernfalls kann die Serie ein schnelles Ende finden.
Montreal ohne Trainer Julien an der Bande
Für eine Schrecksekunde sorgte Trainer Claude Julien von den Montreal Canadiens nach der ersten Partie seines Teams in den Stanley Cup Playoffs. Der Chefstratege der Canadiens wurde in der Nacht auf Donnerstag mit Brustschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert und wird voraussichtlich bis zum Ende der ersten Runde nicht mehr hinter der Bande stehen. Nach der 1:2-Niederlage Montreals ist der Verlust des Trainers ein weiterer herber Rückschlag, den es zu verkraften gilt.
In Spiel 2 gegen die Philadelphia Flyers am Freitag (3 p.m. ET; 19 Uhr MESZ; NHL.TV, Teleclub) wird Kirk Mueller die Rolle des Hauptverantwortlichen übernehmen. Es wird spannend zu sehen, wie die Spieler auf den Verlust von Julien reagieren. Zum einen könnte der Schock die Canadiens lähmen und so den Flyers einen Vorteil bringen. Auf der anderen Seite ist eine Reaktion denkbar, dass die Spieler sich für ihren abwesenden Coach aufopfern und so den Ausgleich in der Serie holen. Die ersten Minuten der Partie werden die Richtung vorgeben und besonders Montreals Führungsspieler müssen ihre Kameraden positiv beeinflussen.
Punkte-Problemfall Ovechkin
Die Washington Capitals mussten sich in Spiel 1 gegen die New York Islanders mit 2:4 geschlagen geben. T.J. Oshie schoss die Hauptstädter mit zwei Powerplay-Toren mit 2:0 in Führung, doch das Team von Barry Trotz drehte die Partie. Besonders beachtlich war, dass Capitals-Kapitän Alex Ovechkin auch in der vierten Partie seit dem Re-Start ohne Punkt blieb. Der Superstar ist für Washington der Schlüssel zum Erfolg.
Der Torjäger steht mit 21:41 Minuten pro Partie unter den Angreifern am längsten auf dem Eis und ist mit 16 Schüssen in den vier Postseason-Partien der Spieler mit den meisten Abschlüssen, doch die Ausbeute entspricht nicht dem, was der 700-Tore-Mann von sich selbst erwarten dürfte. Um die Top-Defensive der Islanders zu knacken, muss Ovechkin schnell wieder zur Form der regulären Saison finden, als er in 68 Partien 48 Tore erzielte. Sollte es New York weiter gelingen, die beste Offensivwaffe ihres Gegners zu entschärfen, steht auch Spiel 2 am Freitag (8 p.m. ET; Sa. 2 Uhr MESZ, NHL.TV) unter keinen guten Vorzeichen für die Capitals.
Vancouvers Offensive dominiert
Video: VAN@STL, Sp1: Horvat macht sein zweites Tor
Nach kurzen Anlaufproblemen konnte sich die Offensive der Vancouver Canucks in der Postseason eindrucksvoll beweisen. Auf die 0:3-Niederlage im ersten Match gegen die Minnesota Wild in der Stanley Cup Qualifikationsserie reagierten die Angreifer mit überzeugenden Vorstellungen. In den folgenden vier Partien erzielte Vancouver immer mindestens vier Treffer und ist damit nach den Vegas Golden Knights und den Calgary Flames die dritterfolgreichste Mannschaft der Endrunde.
Besonders Quinn Hughes und Bo Horvat wissen in der gegnerischen Zone zu überzeugen. In seiner ersten NHL-Postseason konnte der 20-jährige Hughes bereits sechs Tore vorbereiten und ein weiteres selbst erzielen und ist damit der punktbeste Verteidiger in den Playoffs. Horvat ist mit vier Toren und zwei Vorlagen der Top-Torjäger der Canucks und versenkt den Puck bei 25 Prozent seiner Schüsse im Netz.
Wenn es den St. Louis Blues nicht gelingt, die potente und vielbeinige Offensive der Canucks - bereits sieben Spieler haben fünf oder mehr Punkte - zu bändigen, wird es auch in Spiel 2 am Freitag (6:30 p.m. ET; Sa. 0:30 MESZ; NHL.TV) schwer, einen Sieg und damit den Ausgleich in der Serie einzufahren.

















