Vancouver Canucks

Bevor die Preseason 2023/24 am 24. September beginnt, wirft NHL.com/de einen tiefgehenden Blick auf jedes Team.

Heute: Vancouver Canucks

Hinter den Vancouver Canucks liegt eine unruhige Saison. Teilweise hagelte es Niederlagen, dann gab es wieder unerwartete Siegesserien, besonders gegen Ende der Hauptrunde. Der Trainerwechsel von Bruce Boudreau zu Rick Tocchet im Januar wurde in der Anhängerschaft viel diskutiert und teilweise auch kritisiert. Mit Bo Horvat wurde ein langjähriger Leistungsträger und der Kapitän der Mannschaft an die New York Islanders abgegeben. Torwart Thatcher Demko verpasste große Teile der Saison verletzungsbedingt. Am Ende der Spielzeit standen die Canucks mit 83 Punkten (38-37-7) auf dem sechsten Platz der Pacific Division und verpassten die Stanley Cup Playoffs um zwölf Punkte.

Trotz Horvats Abgang war die Offensive nicht das Problem der Canucks. Angeführt von Elias Pettersson, der mit 102 Punkten (39 Tore, 63 Assists) in allen Bereichen persönliche Bestmarken aufstellte und der Topscorer und beste Torjäger der Canucks war, landete der Angriff mit 3,29 Toren pro Spiel ligaweit auf einem sehr respektablen 13. Platz. J.T. Miller knackte mit 82 Punkten (32 Tore, 50 Assists) zum zweiten Mal in Folge und zum dritten Mal in vier Jahren die Marke von einem Zähler pro Spiel. Quinn Hughes gehörte mit 76 Punkten (7 Tore, 69 Assists) zu den punktbesten Verteidigern der NHL und Andrei Kuzmenko feierte mit 74 Zählern (39 Tore, 35 Assists) ein überragendes NHL-Debüt.

Entsprechend wenig Anlass gab es für General Manager Patrik Alvin, sich mit großen Umbaumaßnahmen im Sturm zu beschäftigen. Vitali Kravtsov war der einzige Stürmer, der das Team verließ. Er hatte allerdings nur 16 Spiele für Vancouver bestritten. Dafür sorgte Alvin mit den Verpflichtungen von Teddy Blueger und dem Schweizer Pius Suter für mehr Tiefe. Suter hatte für die Detroit Red Wings in der vergangenen Saison 24 Punkte (14 Tore, 10 Assists) erzielt und wird voraussichtlich als dritter Center hinter Pettersson und Miller agieren.

In der Abwehr fand eine deutlich größere Umwälzung statt. Kein Wunder, immerhin enttäuschte die Defensive mit 3,61 Gegentoren pro Spiel und landete auf Rang 25. In Unterzahl waren die Canucks besonders anfällig. Eine Quote von 71,6 Prozent bedeuteten hier den letzten Platz.

Daher trennte sich Vancouver gleich von vier Abwehrspielern. Von der Stammaufstellung der vergangenen Saison bleiben nur Tyler Myers und Hughes. Hughes wurde mittlerweile zum Kapitän der Mannschaft ernannt. Bereits im Saisonverlauf kam Filip Hronek von den Red Wings. Im Sommer verstärkte Alvin die Verteidigung mit Veteran Ian Cole und dem Hünen (1,96 Meter, 94 Kilogramm) Carson Soucy. Beide Neuzugänge haben vor allem das Ziel, die Abwehr zu stabilisieren und das Unterzahlspiel zu verbessern.

VAN Quinn Hughes

Im Tor muss Vancouver darauf hoffen, dass Demko diese Saison gesund bleibt. Wenn er fit ist, hat er die Qualität, ein wichtiger Faktor für die Canucks zu sein. Hinter ihm wird vermutlich Rookie Arturs Silovs als Ersatz bereitstehen.

Voraussichtliche Aufstellung

Anthony Beauvillier – Elias Pettersson – Andrei Kuzmenko

Ilya Mikheyev – J.T. Miller – Brock Boeser

Phillip Di Giuseppe – Pius Suter – Conor Garland

Dakota Joshua – Teddy Blueger – Vasily Podkolzin

Quinn Hughes – Ian Cole

Carson Soucy- Filip Hronek

Tyler Myers – Christian Wolanin

Thatcher Demko

Arturs Silovs

Scratches: Nils Aman, Nils Hoglander, Matt Irwin

Top-Talent, auf das man achten muss

Arturs Silovs (G)

In der vergangenen Saison lief das NHL-Debüt für Torwart Arturs Silovs nicht wie gewünscht. Er kassierte bei einer 4:6-Niederlage gegen die New York Rangers fünf Tore. Das scheint aber nur ein Ausrutscher gewesen zu sein, denn danach präsentierte er sich von einer ganz anderen Seite. In seinen restlichen vier Spielen ließ er bei 135 Schüssen nur neun Tore zu, was einer stolzen Fangquote von 93,3 Prozent entsprach. Danach trat er für Lettland bei der WM an, wurde zum wertvollsten Spieler und besten Torhüter des Turniers gewählt. Er verhalf der Mannschaft mit seinen starken Darbietungen zu Bronze, Lettlands erster Medaille.

Die größte Frage der Canucks

Wie gut funktioniert der Umbau von Abwehr und Unterzahlspiel?

Die Saison der Canucks kann in 2023/24 irgendwo zwischen dem Tabellenkeller und der Wildcard enden, abhängig davon, wie gut Alvins Maßnahmen zur Verstärkung der Abwehr fruchten. Die Offensive ist absolut konkurrenzfähig, das Powerplay funktioniert und im Tor ist Demko ein fähiger Mann. Zudem steht mit Silovs ein vielversprechendes Talent zur Verfügung. Wenn die Canucks sich im Vergleich zur vorherigen Saison nennenswert verbessern wollen, muss Hughes als Abwehrchef die neu zusammengewürfelte Verteidigung zu einer stabilen Einheit schmieden.

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